24. IAKS Eismeistertagung in Chemnitz
Vom 24. bis 26. März 2026 wurde Chemnitz zum Treffpunkt der Eissportbranche: Bei der 24. IAKS Eismeistertagung kamen 130 Eismeister, Betriebsleiter sowie Hersteller und Zulieferer zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen, technische Entwicklungen und praktische Lösungen für den Betrieb von Eissporthallen auszutauschen.
Inhaltlich spannte die Tagung den Bogen von Anlagensicherheit über Digitalisierung und Energiemonitoring bis hin zu Eisqualität und Besuchermanagement. Mit dem Garagen-Campus und dem Jutta-Müller-Eissportzentrum, einer der markantesten Eissportanlagen Deutschlands, bot Chemnitz einen ebenso charakterstarken wie fachlich passenden Rahmen.
Krisenmanagement, Sicherheit, effiziente Betriebspraxis
© Victoria Page | IAKS
Nach der offiziellen Begrüßung durch Klaus Meinel, IAKS, sowie Peter Lautenschlager, VDEM, wurde schon zum Auftakt deutlich, wie praxisnah das Programm angelegt war: Jacqueline Stransky und Jan Banaschewski von der Stadthalle und Eisarena Bremerhaven berichteten über einen Ammoniakaustritt während eines Eishockeyspiels. Dabei ging es nicht nur um die technische Schadensanalyse und schnellstmögliche Reparatur, sondern auch um Missverständnisse bei der Evakuierung im Livebetrieb, eine ausführliche Fehleranalyse und die daraus abgeleiteten Lehren.
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In der anknüpfenden Expertendiskussion vertiefte Marco Gerbach vom TÜV SÜD gemeinsam mit dem Team aus Bremerhaven die Anforderungen an Anlagensicherheit und Notfallmanagement – zum Beispiel wie wichtig eine klare und direkte Kommunikation im Krisenfall ist.
Unternehmensausstellung und Grundlagen für einen effizienten Eishallenbetrieb
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Michael Behle, Leiter der Eissporthalle Willingen, zusammen mit Fabian Kurtenbach von der GfKK, berichteten über die insgesamt fünfjährige Sanierung der kältetechnischen Anlage in drei Bauabschnitten im laufenden Betrieb, mit Erneuerung des Rückkühlwerks im Jahr 2020, Austausch des ersten Verdichters im Jahr 2024 und der finalen Erneuerung der Kälteanlage im Jahr 2025.
In Kurzpräsentationen machten die ausstellenden Unternehmen deutlich, wie eng innovative technische Produkte und eine zeitgemäße betriebliche Praxis miteinander verzahnt sind.
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Anschließend ging es in zwei Workshops um einen sicheren und effizienten Eissporthallenbetrieb. Rico Brusch, Betriebsleiter des Eissportzentrums Erfurt, machte im Workshop „Energiemonitoring in Eissporthallen“ deutlich, dass die Analyse und Steuerung des Energieverbrauchs im Mittelpunkt des technischen Managements stehen müssen. Parallel dazu erläuterte Peter Lautenschlager, Betriebsleiter der Stadtwerk. Donau-Arena, im Workshop „Digitales Betriebstagebuch im Eisbetrieb“ die Vorteile und Anforderungen einer digitalen Dokumentation. Er demonstrierte, wie ein digitales Betriebstagebuch dabei hilft, Daten zentral zu erfassen, Prozesse effizienter zu gestalten sowie Betriebsdaten transparenter und besser nachvollziehbar zu machen.
Der Abend klang beim Networking im Turm-Brauhaus aus, wo viele Gespräche aus dem Tag in lockerer Atmosphäre weitergeführt wurden.
Eisqualität und Digitalisierung
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Auch der zweite Tag setzte auf Anwendungsorientierung. Im Workshop „Eisaufbau & -pflege – so geht’s richtig“, geleitet von Peter Lautenschlager ging es um grundlegende Techniken und Abläufe für einen optimalen Eisaufbau sowie die kontinuierliche Pflege der Eisfläche. Faktoren wie Vorbereitung der Betonpiste, Temperatur, Wasserqualität und Schichtaufbau sind entscheidend für den qualitativ hochwertigen und gleichmäßigen Aufbau einer Eisfläche.
Im Workshop „Online-Ticketing, Kassen- und Schließsysteme“ informierte Henning Klaas von Gantner Electronic Deutschland über moderne Besucher- und Zutrittssysteme für Sport- und Freizeiteinrichtungen. Der Fokus lag auf der praxisnahen Umsetzung und Integration von Online-Ticketing-Lösungen mit Kassen- und Schließsystemen, um einen reibungslosen Ablauf vom Ticketverkauf bis zur Zutrittskontrolle zu gewährleisten.
Konfliktmanagement und Erfahrungen einer DEL-Saison
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Am Nachmittag weitete sich der Blick auf weitere Herausforderungen des Eissportbetriebs. Dirk Möller vom Landeskriminalamt Sachsen sprach über Verhalten in Konfliktsituationen, Sicherheitskonzepte und präventive Maßnahmen. Er griff damit ein Thema auf, das für Beschäftigte im Veranstaltungs- und Publikumsbetrieb eine zentrale Bedeutung einnimmt. Steffen Baronick, Hallenmanager der JOYNEXT Arena Dresden, berichtete anschließend über die infrastrukturellen Herausforderungen eines Aufstiegs in die höchste Eishockey-Spielklasse. Maik Walsdorf, Geschäftsführer der Dresdner Eislöwen, gab Einblicke in die Vorbereitung und Durchführung des DEL Wintergames im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden vor über 32.000 Zuschauerinnen und Zuschauern.
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Abschließend verlieh Norman Schröder vom Sportamt der Stadt Chemnitz mit seinem Vortrag zu „Kulturhauptstadt Chemnitz –
Sport & Stadtentwicklung“ dem Programm noch die lokale Perspektive. Mit einer über 200-jährigen Industriegeschichte hat Chemnitz viele Auf- und Umbrüche erlebt. Den fachlichen Schlusspunkt des Tages setzten Marlen Thill und Marcus Richter vom Jutta-Müller-Eissportzentrum zusammen mit Sebastian Spieß vom Ingenieurbüro Möller + Meyer Gotha. Sie stellten das Eissportzentrum in seiner geschichtlichen Entwicklung sowie die Sanierung der Eisschnelllaufbahn im Jahr 2021 vor.
Das Abendprogramm bot die Besichtigung des Industriemuseums Chemnitz – eine Attraktion für jeden Technik-Fan.
Blick hinter die Kulissen des Jutta-Müller-Eissportzentrums
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Zum Abschluss konnten die Teilnehmenden eine der größten Eissportanlagen Europas besichtigen: das Jutta-Müller-Eissportzentrum. Besonders spannend ist es aufgrund seiner Dimension mit über 7.400 Quadratmetern Eisfläche sowie kilometerlangen Rohrsystemen zum Transport der insgesamt 35 Tonnen Ammoniak-Kältemittel.
Nach der Führung mit direkten Einblicken hinter die Kulissen des Eissportzentrums setzte die Vorführung der Eisbearbeitungsmaschinen ein weiteres praxisnahes Highlight. Gerade dieser unmittelbare Bezug zum Betriebsalltag sorgte auch am dritten Tag für interessierte Fachgespräche.
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Die 24. IAKS Eismeistertagung in Chemnitz hat gezeigt, wie wertvoll der persönliche Austausch in der Branche ist – gerade dann, wenn technische Fragen, Sicherheitsaspekte und betriebliche Herausforderungen so eng miteinander verknüpft sind wie im Eissport. Das Programm lebte dabei nicht nur von starken Themen, sondern auch von den vielfältigen Perspektiven der Referierenden aus kommunalem Betrieb, Sicherheitswesen, Hallenmanagement, Veranstaltungsorganisation und Technik.
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